Technical Decision Day (TDD) bei Accenture
Hallo meine lieben Freunde des Wahnsinns,
viel ist passiert in letzter Zeit, zumindest außersportlich betrachtet. Heute ging es ins geliebte München zu Accenture zum Technical Decision Day, auch Assessment Center genannt. Ich bin richtig gespannt, wie sich nun mein Ranking bei Google entwickelt. Schließlich berichte ich erstmals über ein Thema, dass wirklich die breite Masse interessiert und viele auf meine Seite locken könnte.
Das übliche Prozedere vor dem Assessment (Bewerbung, Telefoninterview etc.) spare ich mir einfach mal da die meisten darüber sowieso Bescheid wissen.
Ich kam gegen ca. halb zehn bei Accenture München an und wurde höflich empfangen und direkt zur Garderobe und dem Gepäckabstellraum weitergeleitet. Da das Assessment erst um zehn Uhr geplant war, hatte ich noch einigermaßen Zeit. Also durfte ich es mir in der Kaffeeküche bequem machen. Dort wartete auch schon ein tapferer Mitbewerber mit dem ich mich direkt über alles Mögliche unterhalten habe. Nervosität abbauen und so. Ihr wisst schon. Wobei ich echt gelassen und chillig unterwegs war aber naja. Grundnervosität bleibt. So langsam trudelten die ersten Mitbewerber ein, alles nette und korrekt Leute. Letztendlich waren wir neun Leute, die meisten Wirtschatfsinformatiker, ein BWL-Mensch war auch dabei, einige Informatiker.
Kurz nach zehn Uhr kam auch schon der erste Personaler und führte uns nach oben in den Gruppenraum. Dort war erstmal Vorstellungsrunde angesagt. Also jeder schön brav etwas über sich erzählt und weiter im Programm.
Danach wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt, eine 4er und einer 5er Gruppe. Ich war in der 4er Gruppe, glücklicherweise mit der Person, die ich vorab schon kennenlernen durfte und mit der ich mich auf Anhieb gut verstand. Wir wurden also in ein eigenes Besprechungszimmer geführt und bekamen dort unseren Case zugeteilt. In dem Case ging es um ein IT-Projekt, welches sich aufgrund verschiedenster Umstände verzögert. Wir hatten die Aufgabe, die Probleme des Projekts zu analysieren und Lösung dafür zu finden. Diese sollten wir anschließend unserem Chef präsentieren. Als Präsentationsmittel standen nur Flipchart und Whiteboard zur Verfügung. Zusätzlich wurde uns gesagt, dass jeder von uns einen Teil präsentieren muss. OK! Also ab an die Arbeit. In gewisser Weise habe ich das Ruder an mich gerissen und einen auf Boss gemacht. Jedoch habe ich relativ schnell bemerkt, dass dies evtl. nicht gut ankommen könnte. Also schön meine Teammitglieder integriert und zusammen haben wir die Sache dann gerockt. Wir hatten nur 45min Zeit, jedoch geht es bei dieser Übung weniger um das Ergebnis, sondern um die Vorgehensweise. Naja, kurz vor Ende der Zeitspanne haben wir uns dann noch darauf geeinigt, wer was präsentiert und los gings. Unser Chef, gespielt vom teilnehmenden Projektmanager, kam also rein und wollte wissen was wir so für ihn haben. Auf englisch. Also erstmal Schrecksekunde für alle. Haha, das war extrem lustig. Die ganzen Gesichter. Naja, wie Murphy so will haben wir uns vorher natürlich darauf geeinigt dass ich anfange. Also musste ich meine krassen Englisch-Skills auspacken und hab einfach mal drauf losgeblubbert. Das lustige war, dass ich mir vorher im Kopf AUF DEUTSCH überlegt hatte, was ich wohl sagen werde. Naja nun kam englisch dazwischen. Aber egal, hat einigermaßen gut geklappt. Es kamen zwar gemeine Fragen von der Personalfrau und dem Projektleiter aber insgesamt lief es ganz gut.
Nachdem alle präsentiert hatten, kam ein kleines Rollenspiel an die Reihe. Jeder aus der Gruppe bekam ein kurzes Thema über Kommunikations-/Problemlösungsmodelle zugeteilt. Ich musste das super TALK (Tatsache, Ausdruck, Lenkung, Klima) Modell bearbeiten. Auf meinem Handout stand etwas zur Theorie und anschließend ein konkretes Szenario, welches ich mit dem anwesenden Projektmanager durchspielen musste. Hat meiner Meinung nach gut geklappt, wobei ich das ganze teilweise etwas lächerlich fand aber gut.
Als alle fertig waren ging es ans Mittagessen. Es gibt anscheinend bei Accenture München keine Kantine. Daher war ein kleines Buffet in einem gewöhnlichen Besprechungszimmer aufgebaut und es kamen zwei relativ junge Accenture Mitarbeiter dazu. Diese durften wir mit Fragen quälen, was wir auch ausgenutzt haben und sehr viel Spaß bereitet hat. Natürlich haben die beiden Accenture in höchsten Tönen gelobt und viel aus der Praxis erzählt.
Nach dem Mittagessen präsentierten eben diese beiden Mitarbeiter uns noch etwas über Accenture selbst bis plötzlich die Personaler und die Projektmanager herein kamen. Sie baten um Verzeihung und zogen zwei Personen aus der Gruppe heraus. Wer eine von diesen Personen war, könnt ihr euch sicherlich denken. Ist ja immer so. Also musste ich mit einem Mitbewerber mit den beiden Projektmanagern oben zur Kaffeeküche gehen. Der Mitbewerber war übrigens der, der als allererstes da war und den ich gleich als ich ankam zugetextet habe. Dies war übrigens auch der einzige BWL-Mensch.
Also standen wir da oben doof in der Kaffeeküche rum und wunderten uns, warum gerade wir beide aus der Gruppe geholt wurden. Nun ja, nachdem wir etwas geplaudert hatten, sagte einer der Projektmanager, dass der Rest jetzt verabschiedet werden würde. Autsch. Erstmal geschluckt. Ich hätte bei einigen Mitbewerbern nie gedacht, dass sie rausfliegen aber so kann man sich täuschen. Nun also waren nur noch der BWL-Mensch und ich übrig. Danach wurden wir zum Einzelgespräch mit einem Personaler und einem der Projektmanager geführt.
Hier musste ich ziemlich ausführlich meinen Lebenslauf verteidigen und auf dem Flipchart darstellen, welche Ereignisse mich in meinem Leben am meisten geprägt haben.
Nach dem Gespräch hatte ich noch 30min Zeit für einen Java-Test, ein Multiple-Choice Test mit teilweise echt gemeinen Fragen. Ich hätte ja per iPhone cheaten können aber zu dem Zeitpunkt wusste ich sowieso schon, dass ich kein Vertragsangebot bekomme (siehe weiter unten im Text) und habe ihn deswegen aus eigenem Wissen heraus beantwortet, was auch gar nicht mal so schlecht war.
Während ich den Test bearbeitete, zogen sich die beiden Personaler und Projektmanager zurück um sich zu beraten.
Was ich bisher nicht erwähnt habe, war wohl der entscheidende Punkt, der mich ins Aus manövriert hat. Und zwar ging es hierbei um die Gehaltsvorstellungen. Beim Telefoninterview hatte ich eine Gehaltsvorstellung von 43.000 Euro angegeben. Als mich der Personaler darauf ansprach, sagte ich direkt dass ich dies nach oben korrigieren müsse, weil ich nicht beachtet hatte, dass Urlaubs-/Weihnachtsgeld/Boni dort mit einberechnet sein sollten. Er fragte mich daraufhin nach meinen neuen Gehaltsvorstellungen. Als ich diese nannte sagte er „Dann müssen wir eigentlich gar nicht weitersprechen.“ Ich daraufhin „Ähm ok, wie viel zahlen Sie denn?“. Daraufhin kamen lediglich allgemeine Informationen über das Gehalt und er fragte mich schließlich wie wichtig mir mein Gehalt sei und ob 40.000 Euro ein KO-Kriterium sein würden. Dies beantwortete ich relativ ohne Zögern mit „Ja“, er notierte es und es ging weiter mit der Befragung.
Letztendlich haben Sie mir keinen Vertrag angeboten weil meine Gehaltsvorstellungen sich nicht mit denen von Accenture decken würden. Zusätzlich sagten sie, dass ich mich jedoch, falls gewollt, gerne in 2-3 Jahren dort bewerben könne und das die Lage dann evtl. anders aussehen könnte.
Ich hoffe, ich konnte mit diesem kurzen Bericht den angehenden und sicherlich nervösen Accenture Beratern ein wenig die Angst vor dem TDD nehmen. Über Feedback oder Fragen freue ich mich natürlich immer. Also einfach einen Kommentar mit E-Mail-Adresse hinterlassen.
Keep cool, Freitag wird gefeiert
15. März 2010 - 18:41
Sag mal Robbe, du hast zum Teil unrealistische Vorstellungen vom Gehalt, du besitzt nicht mal wirklich Berufserfahrung, jeder fängt klein an mein Lieber;) haha..aber geil geschrieben, das muss ich dir lassen. Hab mir einen abgelacht hahahaha…
15. März 2010 - 19:19
So utopisch sind meine Vorstellungen gar nicht. Mal abgesehen davon hätte ich zum Eintrittsdatum bei Accenture 1 Jahr Berufserfahrung (nach dem Studium). Die ganzen Semesterjobs mal davon ausgenommen.
20. März 2010 - 23:43
Hola,
ich hatte exakt das gleiche Assessment Center bei Accenture in Frankfurt Kronberg. Bei mir waren es auch die gleichen Aufgaben. Gruppenaufgabe: TK Unternehmen hat mit Release ein Problem, da Testteam krank usw. Auch hier kam der PL als englischsprechender Lead rein. Einzelaufgabe war auch T(atsache) A(usdruck) L(eistung) K(ontakt) usw.! Test war SAP bzw Java, den ich voll versiebt habe.
Fazit: das AC war leichter als gedacht, aber Vorbereitung ist alles. Viel Aufmerksamkeit auf die Gruppenaufgabe legen und hier mit Dominanz punkten. Obwohl der Test kacke lief, habe ich einen Vertrag bekommen. Summe nenne ich nicht, habe aber Berufserfahrung, Ausbildung und Studium. Tipp: Es gibt gute Bücher zur Übung von Hesse / Schrader. Die helfen ungemein. Viel Glück!
1. April 2010 - 14:28
Hallo, bin ganz neu auf Ihren Blog, und habe es in Google gefunden.
Habe ebefalls am 9 April eine einladung für TDD in Düsseldorf. Und, will gern mehr wissen, weil die Frau dass mir angerufen hat, hat gesagt dass von 10.00 bis 18.30 die TDD ist, stimpt dass?
Und entschuldigen Sie mein schelchtes Deutsch, ich bin grade hier in Deutschland vor 8 monaten, und hat wieder Deutsch gelernt.
Vielen Dank!
1. April 2010 - 14:52
Hi,
mir wurde auch gesagt, dass das Assessment von 10 Uhr bis ca. 18:30 gehen würde. Allerdings war es dann schon gegen 15:30 zu Ende. Hängt eben davon ab, wieviele Leute es sind und wieviele die “Vorrunde” überstehen. Ich hoffe, du kannst gutes Englisch. Ansonsten wirst du wohl leider keine Chance haben. Als ich dort war, gab es auch eine Person die schlecht deutsch konnte. Die Person ist dann frühzeitig (nach 1-2Std) schon gegangen. Ob freiwillig oder nicht weiß ich nicht, da er in einer anderen Gruppe war.
1. April 2010 - 15:55
Vielen Dank für die Info! Ich bin siemlich fließend in Englisch bevor ich hier gekommen bin, ich weis nich ob ich dass noch kann…hehe
Eigentlich ist Accenture nur die zweite Firma dass meine Bewerbung beantwortete hat. Wegen vielleicht dass meine Ausbildung nicht ganz anerkannt hier in Deutschland.
2. April 2010 - 12:14
letztes Frage, die Frau hat gesagt, dass der Kleiderordnung ist ‘klassische Business Look’, kann longsleeves und necktie reichen? vielen Dank! tut mir leid für die vielen Fragen.
2. April 2010 - 16:10
Also bei uns hieß es auch “klassischer Businesslook” und damit ist Anzug und Krawatte gemeint. Zumindest hatten das alle bei uns an. Außer die Frauen natürlich
3. April 2010 - 15:05
Scheiße! Ich habe leider keine, mmm, vielleicht kann Longsleeves schon reichen mit einen guten Hose an, und vielleicht noch eine Krawatte… hehe
10. April 2010 - 12:11
Hallo! Habe gestern die TDD gehabt, und den ganzen Tag war alles gut gelaufen, dann hat die ‘feedback’ oder Entscheidung gekommen, habe alles sehr gut gemacht haben sie gesagt, aber leider nicht die Stelle bekommen wegen meine Deutsch. Die sagen vielleicht nächstes Jahr, wenn mein Deutsch ist viel besser.
10. April 2010 - 13:46
Hm, schade aber dann halt nächstes Jahr
16. April 2010 - 11:37
Hi,
Eure Kommentare:
“Tipp: Es gibt gute Bücher zur Übung von Hesse / Schrader. Die helfen ungemein. ”
Kann jemand mir Konkret diese Bücher nennen?
Ich habe am 30.04 mein TDD in Kronenberg.
Und auch was genau IT- Projekt solltet ihr lösen.
Vielen Dank & Grüße aus Düsseldorf.
21. Mai 2010 - 15:35
Hallo Leute,
habe demnächst auch ein TDD im Bereich Solutions, auf was für Fragen muss ich da einstellen. Mir geht es hierbei um die technische Seite, also Java, SAP. Wurde noch anderes technische Wissen abgefragt?
13. Juli 2010 - 20:30
Hallo Zusammen,
vielen Dank für die Info. Dein Bericht scheint noch aktuell zu sein. Ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht. http://bit.ly/9yDiNG
18. Oktober 2010 - 14:32
Hi!
Ich habe den TDD nächste woche, auch in München!
Wie war diese Fallstudie genau? Was wird bei dem schriftlichen test gefragt? Ich bin Wirtschaftsingenieur und habe null erfahrung mit sap und programmieren, wurde aber dennoch eingeladen…
lg und danke
alex
18. Oktober 2010 - 18:54
Bei der Fallstudie ging es um Verzögerungen im Projekt. Mitarbeiter vom Projekt aus anderen Ländern kamen mit irgendwas nicht klar und dadurch verzögert sich der Gesamtablauf. Dafür mussten Lösungen gefunden werden. Stupider Schrott also. Der schriftliche Test hat relativ viel über Java EE abgefragt. Allerdings scheint der Test nicht so wichtig zu sein. Kannst also ruhig verkacken und es trotzdem schaffen wenn du dich sonst gut anstellst. Auf welche Stelle hast du dich beworben? Was sind deine Gehaltsvorstellungen? Kannst dich ja mal melden und erzählen wie es war und was Accenture nun bereit ist, so zu zahlen
22. Oktober 2010 - 09:57
Hallo Zusammen,
ich finde hier die Diskussion um TDD bei Accenture sehr hilfreich und interessant. Ich habe ebenfalls nächste Woche eine Einladung für TDD in München bekommen.
Meine Meinung nach ist alles Glücksache. Mann soll halt probieren und sehr wichtig cool bleiben ;), was ich leider nicht sehr gut beherrschen kann
Alex,ich freue mich dich in München kennenzulernen
22. Oktober 2010 - 20:41
Servus Rob, erstmal herzlichen Dank dafür, dass Du deine Erfahrungen aus dem Bewerbetag mit uns teilst.
Ich habe ebenfalls eine Einladung erhalten, allerdings heißt die Veranstaltung konkret “Career meets Performance”. Hast Du oder Die anderen Blogbesucher eine Idee, inwiefern sich das vom normalen TDD unterscheidet?
Gibt es eventuell Bücher, mit denen man IT-relevante Case Studies üben und sich auf diesen “TALK”-Test vorbereiten kann?
Besten Dank und viele Grüße!
23. Oktober 2010 - 09:50
Hi, ich weiß es nicht genau aber intuitiv hört sich “Career meets Performance” weniger schlimm an als ein TDD. Ich denke, TDD ist technischer etwas härter was Interviews und Tests angeht. Aber ohne Gewähr. Bücher kenn ich keine bzgl. diesen Themas. Ich hab mich ehrlich gesagt auch nicht darauf vorbereitet sondern nur vorher kurz für das Tele-Interview (etwas über Accenture) gelesen. Wenn du authentisch und nicht auf den Mund gefallen bist, wirste es auch bis in die Endrunde schaffen.
Viel Glück.
24. Oktober 2010 - 08:04
Hi Rob, ich hätte eine Frage bezüglich TDD-Teamarbeit und zwar muss man die Aufgabe in UML lösen und präsentieren?
Viele Grüße
2. Februar 2011 - 09:35
Hey Rob,
kannst du mir mal eine Mail schreiben? ich habe morgen den TDD in Zürich und würde gerne noch ein paar Fragen los werden. Ich hoffe, dass du mir diese vll beantworten kannst.
Grüße
2. Februar 2011 - 16:23
Hi,
du bist ziemlich spät dran wenn du morgen da hin musst. Stelle deine Fragen hier als Kommentar und ich gucke was ich tun kann.
4. August 2011 - 20:20
hi rob,
ich hoffe du kannst mich ein bißchen aufklären. habe auch bald tdd.
- wie lange soll die englisch präsi gehen?
- was für fragen werden im einzelinterview gestellt (stärken/schwächen)?
- was hat es mit der “methode einprägen und jmd erklären auf sich?
- sollte man bei einer zusage um gehalt handeln oder akzeptieren?
soviel was mir spontan einfällt.
grüße und besten dank
12. August 2011 - 15:59
Sehr hilfreicher Beitrag, habe bald mein TDD in Zürich
30. September 2011 - 15:18
Rob vielen Dank für deinen so nützlichen Artikel. Ich habe für nächsten Freitag meine Einladung bekommen. Wie du schon verstanden hast, bin ich Ausländer, so ich habe ein bisschen mehr Angst. Darüber wollte ich dich fragen, ob es auf deinem Fall auch Ausländer gab und ob es für sie schwerer war.
Darüber hinaus kannst du mehere details über die Gruppe-Übung uns geben. Vielen Dank im Voraus.
1. Oktober 2011 - 18:58
Als Ausländer hast du es nicht schwerer. Es sei denn, du verstehst kein deutsch und kannst nur schlecht deutsch sprechen. Die Gruppen-Übung ist schon so lange her, da kann ich mich nicht mehr daran erinnern.